Wandern

Gehen ohne Essen: Das Fastenwandern

Beim Fastenwandern werden zwei wunderbare Konzepte, die der Gesundheit unbedingt guttun, zusammengeführt. Auf der einen Seite wird die Ernährung radikal umgestellt. Fasten bedeutet nur im strengsten Sinne, dass man gar nichts mehr essen darf. Je nach Methode sind frisches Obst, Gemüse, Säfte oder sogar Milch und Brötchen erlaubt. Auf der anderen Seite steht viel Bewegung an frischer Luft. Natürlich werden beim Fastenwandern keine riesigen Etappen oder extrem schwere Routen gelaufen. Es geht vielmehr darum, dass die Fastenden den Weg alle gut schaffen und die Landschaft auch noch genießen können.

Der Sinn hinter Fasten im Allgemeinen liegt darin, den Körper zu reinigen und zu entlasten. Im Alltag nimmt man oft zu viele und ungesunde Lebensmittel zu sich. Fett, Zucker und Alkohol sind wohl die bekanntesten Sünden. Das belastet die Blutbahnen, das Herz und auch alle anderen Organe. Beim Fasten wird dem Körper die Chance gegeben, zu entschlacken. Altlasten können abgetragen werden, ohne dass sofort neue zugeführt werden. Ablagerungen in den Gefäßen werden abgebaut. Der gesamte Verdauungsapparat bekommt die Gelegenheit, sich zu reinigen, da er nicht anderweitig beschäftigt bzw. belastet wird.

Wandern ist im Grunde dasselbe für den Geist, was Fasten für den Körper ist. Viele Menschen verspüren nach einer Weile des Fastens sogar noch mehr Energie als zuvor und können sehr gut laufen. Die Ruhe in der Natur macht den Geist frei von Sorgen des Alltags. Stress wird beim Wandern auf ganz natürliche Weise abgebaut. Die meditative Fokussierung auf den Weg, die Wegweiser und die kleinen Dinge, die um den Wanderer herum geschehen, lassen ihn ruhig werden.

Viele Leute befürchten, dass sie ein Fastenwandern nicht durchstehen würden. Sie haben Angst vor dauerndem Hunger, Schwäche und Kreislaufproblemen. In der Tat treten diese Probleme bei gesunden Menschen aber gar nicht oder nur in sehr geringem Maße auf. Der Körper ist seit jeher darauf ausgelegt, Zeiten des Mangels zu überstehen. Wer sich alleine unsicher fühlt, sucht sich eine Gruppe zum Fastenwandern. In der Gemeinschaft mit anderen Gleichgesinnten geht alles noch mal leichter. Man fühlt sich geborgen und sicher, falls die Knie doch einmal zittrig werden. Außerdem ist es eine nicht zu unterschätzende Motivation, wenn alle um einen herum genau das Gleiche tun, wie man selbst.

Fastenwandern ist eine ideale Gesundheitskur. Der Körper kann sich regenerieren, da er keine Energie in die Verdauung stecken muss. Gleichzeitig kurbelt das Gehen den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Das unterstützt wiederum den Abtransport von Schadstoffen aus dem Körper. Neben einem erhofften Gewichtsverlust, der wohl viele Leute zum Fastenwandern anspornt, sind besonders langjährige Leiden und Autoimmunerkrankungen der ausschlaggebende Grund, diese beschwerlich klingende Kur auf sich zu nehmen. So können sich Allergien verbessern, Verdauungsbeschwerden verringern und Dauerleiden wie Migräne deutlich zurückgehen. Nicht geeignet ist Fastenwandern für Personen mit Schilddrüsenüberfunktion, Durchblutungsstörungen, Diabetes und Krebs. Ebenso sollten Schwangere, Stillende und kleine Kinder davon absehen. Eine einigermaßen stabile Psyche und basale Fitness ist für die meisten Fastenwandergruppen eine Grundvoraussetzung.